Molise, das ländliche Resort „Le Sette Querce“

Die Fahrt in der Kutsche, die von einem Esel gezogen wird. Der Kochkurs über die echte, neapolitanische Pizza. Brunch mit Produkten vom Bauernhof: Caciocavallo-Käse, Ricotta, Soppressata-Salami, Trüffel und Steinpilze. In der Einsiedelei ohne elektrisches Licht schläft man auf Stroh

Text und Fotos: Paolo Gianfelici

Molise, Sesto Campano

Molise, Sesto Campano

Molise, "Sette Querce"

Molise, „Sette Querce“

Sesto Campano (Isernia) – Als es bereits dunkel ist, erreiche ich „Sette Querce“, ein auf mehrere Häuser verteiltes Hotel in Molise. Das kleine Steinhaus, in dem ich übernachten werde, ist mit rustikalen Möbeln aus dem 19. Jahrhundert eingerichtet und Teil eines alten ländlichen Dorfs. Die Familie des Eigentümers, eines Architekten, der das Naturschutz- und Restaurierungsprojekt des Gebiets durchgeführt hat, lebt seit über dreihundert Jahren im Dorf. Am nächsten Morgen treffe ich die Mutter des Architekten, eine achtzigjährige, lebhafte Frau, die sich mit einigen Mitarbeitern um die Ziegen und Schafe und um die Käseproduktion kümmert.

Im Restaurant beginnt der Kochkurs: Pizza ist das Thema des heutigen Abends. Neapel ist eine Autostunde entfernt, und der Küchenchef unterrichtet über das klassische, neapoletanische Rezept. Wenn die Pizza auf den Tisch kommt, duftet es nach den delikaten, aber charaktervollen Aromen von Mozzarella, Tomaten, Basilikum und extranativem Olivenöl. Während ich ein Stück esse, denke ich daran, wie schwierig es heute ist, eine so köstliche Pizza wie diese zu genießen. An vielen Orten ist das Aufgehen des Teiges zu kurz und sind die Zutaten oft mittelmäßig. An diesem Abend wird die Pizza mit saisonalen Köstlichkeiten der Gegend bereichert: mit weißen und schwarzen Trüffeln und Steinpilzen, die in den Wäldern rund um die „Sette Querce“ gesammelt wurden. Danach koste ich Pizza mit Wurst, Zwiebeln, Thunfisch und Gemüse, alle mit hochwertigen Zutaten garniert, aber nicht in übermäßigen Mengen. Wenn man eine Pizza schmeckt, muss man zuallererst die Güte des Teigs, der auf der Pfanne ausgebreitet und knusprig aus dem Holzofen gekommen ist, schätzen. Als Nachtisch essen wir im Freien, neben einem Lagerfeuer, Kastanien, die langsam in einer Pfanne geröstet werden, und trinken dazu Glühwein.

Sette-Querce-Molise-TiDPress (10)Sette-Querce-Molise-TiDPress (13)Am nächsten Morgen mache ich einen Spaziergang auf dem Grundstück und sehe ein Dutzend Esel. Diese fügsamen und ausdrucksstarken Tiere sind das Symbol der „Sette Querce“. Diejenigen, die es wünschen (meistens sind es Kinder), können eine Tour durch das Dorf mit einer Kutsche machen, die von Eseln gezogen wird. Ich klettere auf eine Böschung, von der ich ein herrliches Panorama auf die schneebedeckten Apenninen genieße. Später erreiche ich die Einsiedelei, einen völlig isolierten Ort ohne elektrisches Licht, der Platz für bis zu vier Personen auf Strohbetten bietet.

Nach meiner Rückkehr erwartet mich im Restaurant ein reichhaltiger Brunch: Caciocavallo und Scamorza, Ricotta, getrocknete Wurst, Omeletts mit Wildkräutern und Pastetchen mit Pilzen und Käse.
Danach ist es schon Zeit, im nahe gelegenen Dorf Roccapipirozzi das Renovierungsprojekt des Architekten zu besuchen. Auf dem Berggipfel über dem Dorf thront eine mittelalterliche Festung. Der Blick schweift über die Region Molise und geht auf die Nachbarregionen Kampanien und Latium. Jetzt leben hier nur alte Leute, aber nach der Restaurierung soll daraus auch ein auf verschiedene Häuser „verteiltes“ Hotel, wie ein faszinierendes Adlernest, werden. Es weht ein sehr starker Wind, und mir scheint es fast, ich könnte diese Ebene und den See überfliegen.

„Moleasy“ ist ein Netzwerk von fünf Tourismusunternehmern mit dem Ziel, „die Liebe, Schönheit und Authentizität von Molise zu teilen, indem den Besuchern ein einzigartiges, unvergessliches Erlebnis geboten wird“ www.moleasy.org

11-01-2020

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