Mit den Schneeschuhen im Pragser Tal

Vom Kamm der Vallechiara hat man eine bezaubernde Aussicht: die Drei Zinnen von Lavaredo und im Hintergrund die Dolomiten

Text und Fotos: Paolo Gianfelici

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Prato Piazza  – Es gibt es einen Ort in der Alta Val Pusteria, wo man bis Mitte April das Hochgefühl erleben kann, auf einem Meter Schnee mit Schneeschuhen zu schweben. Dies verspricht Kurt Stauder, ein erfahrener Bergführer. Der Ort heißt Vallechiara; von der Höhe seiner Bergrücken aus bewundert man eine der schönsten Berglandschaften Italiens: die Drei Zinnen von Lavaredo.

Wir fahren mit dem Jeep das Pragser Tal hinauf. Die Bergstraße führt nach Ponticello. Von hier aus wandern wir auf einem kleinen Abhang in Richtung Prato Piazza (2040 m).

Kurt will plötzlich außerhalb der Wanderwege die steilen Hänge des schneebedeckten Berges begehen. Wir fahren in Richtung Vallechiara: Der Tag ist ruhig, die Sonne scheint, und die dunklen Wolken in Richtung der nahe gelegenen Grenze zu Österreich scheinen sehr fern und nicht in der Lage, unseren Weg zu stören.

Ich schnalle die Schneeschuhe an und entdecke das Vergnügen, zu Fuß über eine unberührte Schneedecke zu laufen und auf dem Eis zu klettern, ohne auszurutschen. Die Temperatur ist ein paar Grad unter Null, aber die Kälte ist nicht unangenehm. Wir sind von der Landschaft der Dolomiten umringt. Der blaue Himmel ist der perfekte Hintergrund.

Wir wandern weiter nach oben. Eine Gruppe von jungen Leuten folgt uns, doch sie geraten in Schwierigkeiten. Sie haben keine Schneeschuhe an und schaffen es nicht mehr, unseren Weg zu begehen. Sie fangen an, bis zu den Knien im Schnee zu versinken. Kurt meint, sie riskierten bis zum Hals im Schnee stecken zu bleiben und mit den Hubschrauber gerettet zu werden. Die Gruppe kehrt vorsichtshalber zurück.

Wir gehen voran. Die Vegetation, die sich unter dem Schnee zeigte, ist verschwunden. Unter dem Schnee kann nur Stein sein. Das Wetter verschlechtert sich plötzlich. „Es ist der Fön, der diese Wolken über uns trägt“, sagt Kurt: der warme Wind aus Bayern und aus dem österreichischen Tirol. Ich verstehe nicht, wie es möglich ist, dass eine heiße Luft die Wetterlage umgekehrt hat. Jetzt werden wir überwältigt von Wind und Schnee. Ich kann nicht mehr sehen, wo ich gehe.

Ich hoffe, dass die Schneeschuhe mich weiterhin oberhalb der weißen Fläche halten. Das Wetter scheint immer schlimmer zu werden. Kurt ist aber ruhig, und nach einer halben Stunde anstrengender Kletterei sind Wind und Schneefall verschwunden. Am Himmel scheint wieder die Sonne. Die Aussicht auf die Drei Zinnen ist bezaubernd.

Der nicht leichte Abstieg auf einem engen Pfad kann beginnen: Im Rifugio Vallandro wartet ein Glas Glühwein und eine Extra-Portion Strudel auf uns.

Info:
www.suedtirol.info
Kurt Stauder
Berg- und Skiführer
Dobbiaco (Toblach)
www.guidefinder-app.com/guides/kurt-stauder/
 
 

21-01-2018

Reisereportagen | Tags:

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