Treviso: eine Wasser-Poesie

Die kleine und elegante Hauptstadt der „Marca gioiosa et amorosa“ (Venetien) ist ein Juwel, das man gerne besichtigt und wo man leckere einheimische Produkte kosten kann

Elvira D’Ippoliti

1Treviso-Foto-Paolo-Gianfelici (5)Treviso – Treviso kann und muss man lieben. Die Stadt unweit von Venedig ist wie eine schöne Torte, die man schon mit den Augen schätzt. Neben den Überresten der alten Stadtmauer fließt langsam der Sile, der längste Karst-Fluss Europas. Direkt vor dem Bahnhof kann man schon einen angenehmen Spaziergang ins Grüne in der Nähe der Stadtmauer starten: Man ist jedoch nur am Anfang der Erfahrung von Treviso. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt stark bombardiert, moderne Häuser ersetzten später die Schäden. Der in Treviso gebürtige Schriftsteller Giovanni Comisso (1895 – 1969) schrieb über seine Stadt: „Eine zarte mittelalterliche Struktur, die mit den klarem Wasser des Flüsse spielt und die weder von der kriegerische Zerstörung, noch von den schlechten Geschmack der Menschen verändert werden kann“. Die Einleitung in die Stadt sind tatsächlich Gebäude, die in den 1970-er Jahre errichtet wurden. Der Fluss ist lebendig: Schwäne, Enten und ein einsamer Fischer auf seinem Boot.

Die zentrale Piazza Duomo und die daneben liegende Piazza dei Signori sind Treffpunkte der Bewohner von Treviso. Kaffeehäuser und Restaurants bieten Platz zum Verweilen wie in einen großen „salotto“. Ein Pianist spielt gerade unter dem Bogengang auf der Piazza dei Signori. Paolo Zanarella nennt sich „Der Pianist nicht an seinem Platz“, da er mit seinem Klavier nicht nur in Konzertsälen auftritt, aber zum Beispiel auf einem Floß auf einem der Kanäle von Venedig. Seine Musik begleitet mich, während ich wieder die Piazza Duomo erreiche, um die Gasse zu finden, die direkt hinter die Kirche führt und am Abend mit Gittertüren abgeschlossen wird. Hier kommt man mit der ruhigen Seite von Treviso in Kontakt. Wenige Leute laufen auf der Straße im Schatten der Kuppel des Domes. Die alten Häuser aus Ziegelsteine sind wie eine Welt für sich. Ein niedlicher, wie in einem Märchen eingerichteter Teesalon ist der ideale Kontrapunkt zu den großen Lokalen auf den beiden Hauptplätzen. Ich frage die nette Besitzerin, wo ich das Kanal-Viertel finden kann, und sie erklärt mir, dass hinter der Piazza dei Signori eine kleine Straße etwas abwärts zum Wasser führt.

Plötzlich erscheint mir die schönste Seite der Stadt. Ich lehne mich an eine kleine Mauer und schaue auf das träge Wasser des Kanals. Die eleganten Häuser spiegeln sich in der flüssigen Reinheit wider, und direkt vor mir kann man den Cagnan de Mezo-Kanal auf der schmiedeeisernen Brücke „Ponte die Buranelli“ überqueren. An den Fenstern der Palazzi stehen Vasen mit bunten Blumen, und am Wasser öffnet sich an den Türfenstern eine Sorte von Zugbrücken, auf denen die Bewohner Pflanzen hinstellen. Die Harmonie von Wasser und Architektur ist nahezu perfekt. Eine Trauerweide schenkt auch im Winter ihren hellgrünen Pinselstrich. Der Spaziergang durch dieses flüssige Treviso führt an viele weitere Ecken, die wie Zeichnungen aus einem Bilderbuch erscheinen. Brücken und alte hölzerne Mühlräder sind das perfekte Bühnenbild eines kleinen Stadtparks. Ich setzte mich auf eine Holzbank und schaue auf die modernen Skulpturen des Künstler Enrico Benetta, die aus dem Wasser ragen. Er hat diesen Werk „Wasser-Poesie“ genannt, und dies erscheint als passende Definition einer Stadt, in die man immer wieder gerne zurückkommt.

Info:

Die Umgebung von Treviso wird Marca Treviso genannt, die reich an leckeren einheimischen Produkten wie Radicchio Rosso ist. In Treviso wurde auch die bekannte Nachspeise Tiramisù erfunden. In der Stadt gibt es viele Trattorie und Osterie, die modern ausgestattet sind und sich an malerische Orten der Stadt befinden.
www.marcatreviso.it
www.visittreviso.it
 
 
VIDEO TERRA ITALIA TIDPRESS WASSERSTADT TREVISO
 
 

03-03-2020

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