Die einzigartige Harmonie von Trient

Die Paläste der politischen und religiösen Herrscher spiegeln mit ihrem gotischen Stil die Pracht an den Höfen der Alpenländer wider. Die Fassaden der Renaissancehäuser sind mit Fresken verziert.

Text und Fotos: Elvira D’Ippoliti

1-Trient-Elvira-Dippoliti (15)Tient – In Trient befindet man sich im Grenzbereich zwischen Nord- und Südeuropa, zwischen romanischer und germanischer Welt. Das kann man spüren und auch sehen. Auf dem Weg vom Domplatz zum Castello del Buonconsiglio scheinen romanischer, gotischer, Renaissance- und Barockstil zu einer einzigartigen Harmonie zu verschmelzen. Die Paläste der politischen und religiösen Herrscher mit ihrem gotischen Stil spiegeln die Pracht an den Höfen der Alpenländer wider. Die Renaissancehäuser gegenüber dem Neptunbrunnen tragen einfache architektonische Züge, sind aber mit Fresken verziert, die, wohl einmalig in Italien, die Fassaden vollständig bedecken.

Wer nach Trient reist, muss die Torre Aquila, den Adlerturm im Castello del Buonconsiglio  besichtigen, den der Fürstbischof Giorgio di Liechtenstein an einem abgelegenen Ort errichten ließ, von wo aus aber der Blick über die Stadt, die Fluren und die Berge schweift. Vom Schloss aus gelangt man durch einen sehr langen, im Innern der Stadtmauern angelegten Gang, zum Turm. „Il ciclo dei Mesi“ (Monatskreis) ist ein Fresko, das auf die vier Wände des Turms gemalt wurde und die 11 Monate des Jahres darstellt (es fehlt der März). Es ist dies ein Dokument, das einen (mit Hilfe eines Audio-Führers) besser als viele historische Bücher verstehen lässt, wie das alltägliche Leben im Mittelalter war. Die Erzählungen knüpfen gemächlich aneinander an, jede Bewegung scheint von Schweigen durchdrungen zu sein. Der Hauptdarsteller auf den Bildern ist die Menschheit. Sie wird in ihren mühevollen Alltagsbeschäftigungen gezeigt oder auch in den Auftritten edel gekleideter, junger Adeliger, die sich der Jagd, Liebeleien, Spielen und Turnieren widmen. Um die Menschen herum ist die Pflanzen- und die Tierwelt abgebildet. Die Natur ist nicht unermesslich und voller Schauder wie in mittelalterlicher Sicht, sondern freundschaftlich und vom Menschen geordnet. Der Monat Januar wird durch ein Schloss in einer schneebedeckten Landschaft dargestellt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Malerei haben wir es hier mit der Darstellung einer Winterlandschaft zu tun. Edelmänner mit ihren Damen vergnügen sich beim Schneeballsspiel vor einer Zugbrücke. In der Ferne verfolgen zwei Jäger den Fuchs mit ihren Hunden.

 

 
Info:
Trentino       www.visittrentino.info/de

 

 

 

 

Text und Fotos: Elvira D’Ippoliti

 

 

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20-02-2018

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