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Jesus – aus Boteros Blickwinkel

Die Bilder des kolumbianischen Malers, die die Passion Christi schildern, werden in Rom im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit ausgestellt

Jesus – aus Boteros Blickwinkel

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2 Gesù e la moltitudineRom – „Ich habe immer versucht, angenehme Subjekte zu malen. Man schaut gerne auf die Bilder, aber das Leid kommt später“. Diese Aussage des kolumbianischen Malers Fernando Botero begleitet die Ausstellung „Via Crucis. Die Passion Christi“, die bis zum 1. Mai in Rom im Palazzo delle Esposizioni zu besichtigen ist. Die 27 Ölgemälde erscheinen zunächst angenehm bunt, aber die Tatsache, dass in den Szenen, in denen der Erlöser am Kreuz hängt oder gestorben ist, normale Personen in modernen Kleidern abgebildet sind, löst eine Art Magie aus, die die Zuschauer Christus näher bringt. In einigen Bildern ist Jesus im Vergleich zu den Menschen oder Städten übertrieben groß dargestellt: Vielleicht kann man in diesem Unterschied einen Beweis seiner göttlichen Natur sehen. Boteros Figuren sind nicht gerade schlank, aber auf die breite Taille der Veronika achtet man kaum, weil das einfach gemalte Schweißtuch, das sie mit beiden Händen hält, und ihr leidender Gesichtsausdruck eine größere Anziehungskraft haben. Sehr schön und ein Ausdruck moderner Trauer ist das Bild „Jesus und die Volksmenge“: Hier ist der Kopf des Gottessohns von vielen Gesichtern umrahmt, aber niemand aus dieser Masse scheint seine Präsenz zu bemerken. Neben den Ölbildern kann man in der römischen Ausstellung auch 36 Zeichnungen sehen. Alle Werke kommen aus dem Museo de Antioquia in Medellin und wurden von Botero diesem Museum geschenkt.

Info:
Botero. Via Crucis. La Passione di Cristo
Palazzo delle Esposizioni, Via Nazionale 194, Roma
Sonntag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, 10 bis 20 Uhr
Freitag und Samstag 10 bis 22.30
www.palazzoesposizioni.it

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