Andere Zeiten, andere Mythen: Roms Quadriennale fotografiert die Gegenwart

Elf Kuratoren stellen 99 Künstler bis 8. Januar 2017 vor

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Beatrice Catanzaro, Bait Al Karama, 2016

Beatrice Catanzaro, Bait Al Karama, 2016

Rom – Der neoklassizistische Palazzo delle Esposizioni in Rom ist die Herberge der 16. Quadriennale, die die italienische Kunstszene in den großen Sälen zeigt. Was man gleich bei der Besichtigung dieser Ausstellung bemerkt, ist die Lebendigkeit. Laut zeigt irgendwo ein Video-Bild seinen Inhalt. Federico Solmi lebt in New York und zeichnet surreale Cartoons, die auf einem Schirm laufen, der von einem noch bunteren Rahmen umschlossen ist. Ein komisch aussehender Julius Caesar marschiert hoch zu Ross in einer Menschenmenge, die ihn als Sieger ausruft. Die italienische Flagge ist überall zu sehen, aber auf dem weißen Feld steht die Schrift: Prada, Milano. Man kann dieses Kunstwerk als Symbol der ganzen Ausstellung ansehen, wo man sich zwischen Videoinstallationen, Lichtern und Farben bewegt. Die Künstler im Zeitalter des Individualismus kreieren, ohne sich an eine bestimmte Idee anzuschließen. Nichts ist in dieser Quadriennale auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, und der Eindruck ist, in eine riesigen Kunst-Maschine geraten zu sein, wo man von einer persönlichen, schwierigen Interpretation eines Teils der Gegenwart zur anderen wandert, ohne die Möglichkeit zu haben, sie in Kontakt zu bringen.
Was kann man aber anders erwarten von einer Gesellschaft, wo jeder mit seinem Smartphone befreundet ist? Der Künstler hat das Privileg, die Kommunikation zur Seele offen zu halten, und dies schafft fast jedes Werk auf seine Weise. Man schaut, macht sich Gedanken, und am Ende der Visite möchte man am liebsten wieder von vorne anfangen. Besser ist es, einen Spaziergang auf der römischen Via Nazionale zu machen und an diese schwierige, aber faszinierende Kunst-Quadriennale zurückzudenken.
Info:
16. Quadriennale d’Arte
Palazzo delle Esposizioni, Via Nazionale 194, Rom
Sonntag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: 10 – 20 Uhr; Freitag und Samstag: 10 bis 22 Uhr 30
www.quadriennale16.it

09-12-2016

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