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Ausstellungsreihe „Ispirazione Europa” startet 2026 in Vicenza

Auftakt mit „Italien und Deutschland“ am 13. November 2026 in der Basilica Palladiana.

Ausstellungsreihe „Ispirazione Europa” startet 2026 in Vicenza

Giulio Aristide Sartorio, Abisso verde, Courtesy Galleria d’Arte Moderna Ricci Oddi, Piacenza

Wenn Menschen, Völker und Kulturen einander begegnen, entstehen neue Ideen, kreative Impulse und oftmals bedeutende kulturelle Errungenschaften. Von diesem Gedanken ausgehend hat die Stadt Vicenza das ambitionierte Ausstellungsprojekt „Ispirazione Europa“ ins Leben gerufen, das von 2026 bis 2028 in der Basilica Palladiana drei große Ausstellungen zu den Beziehungen Italiens mit Deutschland, Frankreich und Spanien präsentieren wird.

Den Auftakt der Trilogie bildet die Ausstellung „Italien und Deutschland“, die vom 13. November 2026 bis zum 2. Mai 2027 zu sehen sein wird. Das Projekt untersucht die Rolle der Kunst bei der Entstehung einer gemeinsamen europäischen Kultur und beleuchtet, wie künstlerischer Austausch politische und geografische Grenzen über Jahrhunderte hinweg überwunden hat.

„Ispirazione Europa“ spannt einen Bogen über fünf Jahrhunderte europäischer Kulturgeschichte. Im Mittelpunkt stehen Künstlerinnen und Künstler, Intellektuelle, Architekten, Designer, Musiker und Fotografen, deren Ideen und Werke zur Herausbildung einer gemeinsamen europäischen Identität beigetragen haben. Jede der drei Ausstellungen präsentiert rund hundert Exponate, darunter Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Arbeiten auf Papier und historische Dokumente. Ziel ist nicht der Vergleich nationaler Kunsttraditionen, sondern die Darstellung eines kulturellen Dialogs, der häufig gesellschaftliche Entwicklungen vorweggenommen und geprägt hat.

Heinrich Christoph Kolbe, Ritratto di Goethe avente sullo sfondo il golfo di Napoli 1826,
Fotostudio Rapuzzi, Brescia

Die erste Ausstellung der Reihe widmet sich den vielfätigen Verbindungen zwischen Italien und Deutschland. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem 20. Jahrhundert, in dem der Austausch zwischen Künstlern, Intellektuellen, Architekten und Designern beider Länder zu einem wichtigen Motor der europäischen Moderne wurde. Reisen, Begegnungen und gegenseitige Einflüsse stehen im Mittelpunkt einer Erzählung, die zeigt, wie eng die kulturellen Entwicklungen der beiden Nationen miteinander verknüpft waren.

Zu den Partnern des Projekts zählen das MART Museum für moderne und zeitgenössische Kunst von Trient und Rovereto, das Museo Gypsotheca Antonio Canova in Possagno sowie das Goethe-Haus Rom. Darüber hinaus steht die Ausstellung unter der Schirmherrschaft der Deutschen Botschaft und ist Teil der Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Italien und Deutschland.

Georg Baselitz Selbstporträt, Foto: Kunstmuseum Bonn

Von Goethe bis Joseph Beuys

Die Ausstellung gliedert sich in mehrere thematische Kapitel, die zentrale Momente des kulturellen Austauschs zwischen den beiden Ländern beleuchten. Den Ausgangspunkt bildet die berühmte Italienreise von Johann Wolfgang von Goethe zwischen 1786 und 1788. Sie trug entscheidend dazu bei, Italien im deutschsprachigen Raum als Ort künstlerischer, geistiger und persönlicher Erneuerung zu etablieren. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts intensivierte sich der deutsch-italienische Dialog erheblich. Die 1920er-Jahre spiegeln dabei ebenso die kulturelle Dynamik wie die politischen und gesellschaftlichen Spannungen ihrer Zeit wider. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eröffnete die Kunst neue Möglichkeiten für Austausch, Verständigung und Wiederaufbau. Eine zentrale Figur der Gegenwart ist schließlich Joseph Beuys, der im Laufe seines Lebens enge Beziehungen zu Italien pflegte. Der Künstler, Denker und Hochschullehrer verstand Kunst als gesellschaftliche Kraft und verband sie mit politischen, sozialen und ökologischen Fragestellungen.

Kuratiert wird die Ausstellungsreihe von Gabriella Belli und Valerio Terraroli. Realisiert wird sie in Zusammenarbeit mit dem Centro Internazionale di Studi di Architettura Andrea Palladio und der Fondazione Teatro Comunale Città di Vicenza. Organisiert und gefördert wird das Projekt von Marsilio Arte, Hauptpartner ist Intesa Sanpaolo.


www.mostreinbasilica.it

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