Text und Fotos: Elvira D’Ippoliti
Eine dunkle Glastür führt in das neue Zentrum für Fotografie in Rom, untergebracht im Pavillon 9D des ehemaligen Schlachthofs (Mattatoio) im Stadtteil Testaccio. Ein winterlicher Sonnenuntergang färbt den Himmel über diesem Teil der Stadt nahe der Pyramide, der derzeit einen intensiven Wandel erlebt. „Rom bereichert sich um eine neue und notwendige Ressource, in der sich Erinnerung in kreative Energie verwandelt und die Vergangenheit zu einem fruchtbaren Boden für neue Visionen wird“, erklärt Umberto Marroni, Geschäftsführer der Fondazione Mattatoio di Roma – Città delle Arti. Im Inneren empfängt die Besucher ein großzügiger, lichtdurchfluteter Raum. Die ursprünglichen Eisenstrukturen, die einst als Schienen für den Transport der Fleischwaren dienten, bilden heute ein reizvolles architektonisches Element, das zudem eine Galerie trägt und so die Ausstellungsfläche erweitert. An den weißen Wänden im Erdgeschoss sind bis zum 29. Juni die Fotografien von Irving Penn zu sehen.

Die außergewöhnliche Ausstellung ist in verschiedene Bereiche gegliedert – wie „Reisen“, „Mode und Schönheit“, „Akte“ – und präsentiert zahlreiche Meisterwerke aus der Sammlung der Maison Européenne de la Photographie in Paris. Eine bedeutende Eröffnung für das neue Zentrum für Fotografie, das – wie Marroni betont – „den Anspruch dieses Projekts beispielhaft verkörpert: einen strukturierten Dialog mit den wichtigsten europäischen und internationalen Institutionen der Fotografie aufzubauen und Rom in ein globales kulturelles Netzwerk einzubinden“. Das erste Werk von Irving Penn, das den Blick einfängt, ist ein großformatiges Foto, aufgenommen in einem der Säle des Caffè Greco: Vor den berühmten Marmortischen sitzen Maler, Bildhauer und Schriftsteller in einem Halbkreis – eine Gruppe kultureller Berühmtheiten, abgebildet in einer Aufnahme, die am 5. Mai 1949 in Vogue erschien. In dieser Ausstellung begegnet man vielen Fotografien, die Staunen hervorrufen. Alle in Schwarz-Weiß, mit zeitloser Eleganz und einer Entwicklungstechnik, die Penn persönlich perfektionierte.
Im oberen Stockwerk werden die Arbeiten von Silvia Camporesi gezeigt, darunter auch einige Aufnahmen, die architektonische Details des Pavillons 9D vor Beginn der Restaurierungsarbeiten festhalten und künstlerisch interpretieren. „Reale Körper, imaginierte Körper“ lautet der Titel der dritten Ausstellung, die einen kleinen Bereich im Erdgeschoss einnimmt. Das Zentrum für Fotografie in Rom ist ein Ort, an dem man angenehm Zeit verbringen kann – erfüllt von einer kreativen Atmosphäre, die bereits von der Schönheit des Gebäudes ausgeht. Es bietet zudem kleine Nischen, in denen man sitzen, reflektieren oder die gerade gesehenen Bilder gedanklich nachklingen lassen kann.
Centro della Fotografia – Roma
Täglich 12:00–20:00 Uhr (letzter Einlass: 19:15 Uhr)
(Dienstag geschlossen)
MATTATOIO – Pavillon 9D
