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Villa Priuli Crisanti: Ein wiederentdeckter Traum im Val Liona

Vom Verfall zur Wiedergeburt: Andrea Crisanti hat einer historischen Villa neues Leben geschenkt und einen Ort geschaffen, an dem Geschichte, Schönheit und Gegenwart miteinander in Dialog treten.

Villa Priuli Crisanti: Ein wiederentdeckter Traum im Val Liona

Text: Elvira D’Ippoliti

Aus welchem Stoff ist ein Traum gemacht? In der Villa Priuli Crisanti im Val Liona ist es der goldgelbe Vicenza-Stein, der den Reiz der Loggia und der Fenster dieses prachtvollen Anwesens noch verstärkt, das nach Jahren des Verfalls wieder zum Leben erwacht ist. Andrea Crisanti, Professor für Mikrobiologie und italienischer Politiker, erwarb das historische Gebäude gemeinsam mit seiner Frau Nicoletta im Jahr 2023. Die früheren Eigentümer hatten es seinem Schicksal überlassen. „Ich stelle mich gern Herausforderungen, und als ich dieses Gebäude sah, wurde mir klar, dass dies mein nächstes Projekt sein würde“, erzählt Crisanti. Dann fügt er lächelnd hinzu: „Ich habe diese Entscheidung nicht bereut.“

Wie könnte man ihm da widersprechen? Ich besuche die Villa Priuli Crisanti an einem angenehmen Frühherbsttag. Das Val Liona empfängt mich mit dem Grün der Natur, die das Tal bedeckt, und einem heiter blauen Himmel, über den einige kleine Wolken ziehen. Den italienischen Garten vor der Villa erreiche ich, nachdem ich das Tor passiert habe, das auf Wunsch des Hausherrn tagsüber stets geöffnet bleibt. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist oder zu Fuß vorbeikommt, kann auf diese Weise einige Augenblicke der Harmonie genießen und die geordnete Anlage der vier mit Rasen eingesäten Beete bewundern: kleine rund geschnittene Sträucher, Zitronenbäume in Kübeln und der Duft von Lavendel setzen feine Akzente.

Schon bald jedoch wird der Blick von der eigentlichen Hauptdarstellerin gefesselt: der Villa. Bereits im 17. Jahrhundert besaß sie zusammen mit den sie flankierenden Gebäuden eine Struktur, die der heutigen sehr ähnlich war. Der Anblick ist beeindruckend und zugleich von großer Schlichtheit. Eine Fassade mit einer bedeutenden Loggia, deren Giebel von vier Säulen aus goldgelbem Vicenza-Stein mit übereinander angeordneten Rustikaelementen getragen wird. Auch die Fenster mit ihren zart hellblauen Rahmen sind mit Rustikaelementen aus demselben Stein geschmückt. Auf dem Dach verbergen pyramidenförmige Aufsätze die Schornsteine und verleihen dem Ensemble zusätzliche Eleganz.

Diesem Bauwerk wohnt etwas zeitlos Schönes inne. Es scheint beinahe selbstverständlich, dass sein Schicksal keine andere Zukunft hätte vorsehen können als eine sorgfältige und außerordentlich gelungene Restaurierung durch seine heutigen Eigentümer. Doch Crisantis Projekt geht über die heikle Phase der baulichen Arbeiten hinaus. Es eröffnet Gästen die Möglichkeit, die besondere Atmosphäre der Villa selbst zu erleben. Das Anwesen kann für Hochzeiten gemietet werden. Auf dem Gelände befindet sich eine reizvolle Kapelle. Ebenso eignet sich die Villa für andere Veranstaltungen. Übernachten kann man entweder im komfortablen Gästehaus oder in einem Apartment. Zum Aufenthalt gehören die Nutzung des Swimmingpools, der eingebettet ins Grün des rückwärtigen Gartens liegt, ein Spaziergang zwischen Granatapfel- und Olivenbäumen, aus denen in einigen Jahren biologisches natives Olivenöl extra gewonnen werden soll, sowie eine Begegnung mit der Welt der Bienen. Die Bienenstöcke eines kleinen Betriebs haben ebenfalls im Garten ihren Platz gefunden.

Zu Beginn meines Rundgangs steige ich die wenigen Stufen hinauf, die den Garten von der Loggia trennen, und betrete den Hauptsalon. Ein großer Kronleuchter aus Murano-Glas zieht unter der Holzdecke mit ihren sichtbaren Balken sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Der obere Teil der Wände wird von einem Freskenfries geschmückt. Erhalten geblieben ist der originale „Pianelle“-Beleg aus dem 16. Jahrhundert. Ein zeitgenössischer Tisch mit Glasplatte, ein antikes Cembalo, einige weiße Sofas am Ende des Saales, wo sich zwei Fenster und die Glastür zum rückwärtigen Garten öffnen, sowie eine weiße Konsole mit einer Vase darauf: Die Einrichtung der Villa ist eine angenehme Überraschung. Lange bleibe ich stehen und betrachte dieses Ensemble, das eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlägt. Der Stil ist originell und zugleich ausgesprochen angenehm anzusehen.

An den Wänden hängen zwei große Fresken Tiepolos auf Leinwand. Ein drittes, kleineres Werk zieht den Blick nicht weniger auf sich. Ich bewege mich durch die übrigen Räume der Villa und bin längst von ihrem Charme gefangen genommen. Antike Gegenstände, zeitgenössische Möbel, Gemälde und Vasen: Alles scheint genau an seinem Platz zu stehen. Ich bewundere die acht Renaissance-Kamine, die heute zwar von einer modernen Heizungsanlage ersetzt wurden, aber als prächtige Einrichtungselemente erhalten geblieben sind. Es ist ein wenig so, als wäre diese Villa in einem Märchen die schlafende Dornröschen-Gestalt gewesen, die von einem Prinzen geweckt wurde, der das Haus mit sicherem Gespür und ganz persönlichem Geschmack neu eingerichtet hat.

„Ich wollte den Menschen die Möglichkeit geben, diese Villa eingetaucht in die Vergangenheit zu erleben, ohne auf die Annehmlichkeiten der Gegenwart verzichten zu müssen“, erzählt Crisanti. Über die Einrichtung, die er persönlich ausgewählt hat, berichtet er, dass ihn Antiquitäten und Designobjekte schon seit Langem faszinieren. „Wenn ich einen leeren Raum sehe, stelle ich mir bereits vor, wie er eingerichtet werden könnte. Diese Villa, deren ursprünglicher Grundriss erhalten geblieben ist, hat mich in besonderer Weise inspiriert“, sagt er abschließend.

Doch neben dem ästhetischen Aspekt legte der Eigentümer auch großen Wert darauf, für die Arbeiten ausschließlich lokale Handwerksbetriebe einzusetzen. Darüber hinaus arbeitet er mit der Gemeinde Val Liona zusammen, um Veranstaltungen, Konzerte und Führungen in seinem wunderschönen Haus zu organisieren und dessen Schönheit mit anderen zu teilen und bekannt zu machen.

CA’ PRIULI VILLA FERRO / VILLA PRIULI CRISANTI

Via Sant’Antonio, 1 – Villa del Ferro Val Liona (VI)
villa@capriulivilladelferro.it

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