Die Tenuta Moreno in Apulien: das rosafarbene Tor zum Glück

Eine aktualisierte Version der typischen „Masseria“ zwischen Olivenbäumen und Weinbergen auf der roten Erde im „Absatz des italienischen Stiefels“.

Text und Fotos: Paolo Gianfelici

Pierangelo Argentieri, Direktor der Tenuta Moreno Zum Vergrößern: Klick auf das Foto

Pierangelo Argentieri, Direktor der Tenuta Moreno
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Mesagne – Palmen, Olivenbäume, ein Gemüsegarten und fröhliche Hühner. Im grünen Universum der Tenuta Moreno unweit von Brindisi fühlt man sich sogleich gut. Der Grund dafür hat tiefe Wurzeln. Die „Masserie“ Apulines sind die typischen Bauernhöfe aus Omas Zeiten, die nun oft in Hotels umgebaut worden sind. „Die Idee, die wir hier verwirklicht haben, ist eine aktualisierte Version der Masseria“, erklärt Pierangelo Argentieri, der junge Direktor der Tenuta Moreno. Unter dem Motto: „Weniger Wiese und mehr Gemüsegarten“ hat er einen einzigartigen Ort kreiert, wo man in modern ausgestatteten Zimmern schläft, sich am Rande eines großen Schwimmbades sonnt, aber auch frische Produkte, die direkt daneben angepflanzt sind, kostet und den Garten mit einer Gruppe glücklicher Hühner teilt, die zwischen bunten Blumen scharren und die Harmonie der Tenuta hinter einem grünen Gitter bewundern. Zur Tenuta Moreno gehören auch Weinberge und Olivenbäume, deren schmackhaftes Erzeugnis man direkt auf dem Tisch findet. Pierangelo begleitet mich bei der Erkundung dieser Oase der Ausgeglichenheit. „Gewinn muss nicht immer das wichtigste Ziel eines Projekts sein. Wir haben lange darüber gedacht, wie eine „Masseria“ heutzutage sein konnte. Eine unserer Richtlinien ist die „Kultur des Schattens“, doch auf unsere Pergola wachsen keine Glyzinien, sondern Trauben“.

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Tenuta Moreno
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Pierangelo lächelt oft und gerne, und in der Tenuta Moreno gehört gute Laune zum Ambiente. „Spüren sie die gute Luft?“ fragt er, obwohl er schon die Antwort kennt. Als ich die Autotür geöffnet habe, habe ich sofort den angenehmen, schon duftigen Wind bemerkt. „Jetzt sind wir erst am Anfang des Frühlings, aber bei wärmeren Tagen ist hier die Natur ein Reich der Düfte“. Das große Schwimmbad wird mit Salzwasser gefüllt und ist eine bequeme Alternative zum Strand. Man schwimmt und schaut sich herum. Ein Teil des Gartens ist mit Feigenbäumen verschiedener Arten angebaut. „Unsere Gäste können den ganzen Sommer über frische Feigen kosten, da jeder Baum eine andere Reifezeit hat“. Das Thema Gastronomie ist in der Tenuta Moreno ein Highlight. Der nette Ober Gennaro serviert beim Abendessen leckere Gerichte mit Meeresfrüchten und Tintenfischen, die in einem speziellen Gefäß gekocht werden. Unvergesslich ist der Teller „Boccaccio di Torre

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Guaceto“: eine Art Fischsuppe, die in geschlossenen Gläsern auf dem Tisch kommt. Die Fische werden in einer nahe liegenden Reserve mit grobmaschigen Netzen gefangen und mit Tomaten und Aromen gekocht. Der Respekt gegenüber der Natur ist eine der wichtigsten Zutaten. Zur Tradition gehören die „orecchiette alle cime di rapa“, die hausgemachte Pasta mit Gemüse und ein selbst gebackenes, mit Ackerbohnen-Püree gefülltes Brot. zwei einfache Gerichte, die die ganze Poesie der Region Apulien erzählen. In der Tenuta Moreno werden auch Hochzeiten und Meetings organisiert, deshalb ist der Koch auf raffinierte Gerichte spezialisiert: geräucherter Lachs, Thun- und Schwertfisch, Hummer und Kaiserhummer.

Wenn man um die Tenuta einen Spaziergang macht (das Hotel hat auch eigene Fahrräder, die die Gäste frei benützen können), kann man die volle Schönheit des umliegenden Territoriums schätzen. Auf einer tiefroten Erde wachsen Hunderte von Olivenbäumen. Die chromatische Vielfalt wird im Frühling von der grünen, hellen Farbe der Wiesen geschaffen, auf denen eine Menge gelber Blumen auffallen. Der Himmel ist tiefblau, und die Blätter der Olivenbäume glitzern silbrig wie delikate Juwelen, die vom Wind gewiegt werden. Ein Netz kleiner, ruhiger Straßen ermöglicht es, sich in dieser Wunderwelt symbolisch zu verlieren. Zurück im Zimmer findet man die Ausstattung besonders modern und bequem. Helle Farben und viele Nischen und Regale, wo unzählige Objekte Platz finden, ohne dass man sie aus dem Auge verliert. Im ersten Geschoss befindet sich ein Spa-Bereich mit Aussicht. Alles in der Tenuta Moreno ist mit der umliegenden Natur in Harmonie.

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Mit dem Auto fährt man in wenigen Minuten in Richtung San Michele Salentino. Eine typische, gerade Straße – auf der die Bewohner oft zu schnell fahren – ist von Olivenbäumen eingerahmt. Doch zwischen den gekrümmten Stämmen kann man auch die typische Bauten sehen; die „trulli“ mit weißen, runden Mauern und kegelförmigen Dächern aus Steinen. Einige „trulli“ wurden restauriert und dienen als originelle Ferienwohnungen, aber auch die verlassenen, kleinen Häuser sind traumhaft schön, und man schaut sie voll Bewunderung an. Welches Fabelwesen hat sich eine solche Wohnung ausgedacht? Um einen anderen, architektonischen Schatz zu erkunden, braucht man nur eine halbe Stunde in Richtung Brindisi weiterzufahren. Ostuni liegt wie eine weiße Sahne-Meringue sechs Kilometer vom Meer entfernt in einem Dünengebiet, das jetzt eine Schutzoase ist. Eine Vision, mit der man bei einem Gang durch die vielen, engen Gassen, die die weißen Häuser teilen, Bekanntschaft macht. Seltsamerweise ist Ostuni keine Terrasse mit Blick auf das Meer, und die wenige Aussichtspunkte muss man richtig suchen. Man konzentriert sich deshalb mehr auf die Architektur und das originale Ambiente der kleinen Stadt.

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Zwischen den Olivenbäumen, den Palmen und den Weinbergen ist es nun Abend geworden. Die Vögel zwitschern leise ihren Gute-Nacht-Gesang, der Wind lässt seine diskrete Präsenz zwischen den Blättern in der nächtlichen Stimmung hören. Nach dem Abendessen im kleinen Saal mit gewölbter Decke und rustikalen Tischen träumt man, erwärmt vom Kaminfeuer und einem Glas guten Negramaro, mit offenen Augen vom nächsten, schönen Tag in der Tenuta Moreno. Das Tor mit dem rosafarbenen Verputz gehört zum Originalbau der „Masseria“. Dahinter befindet sich ein kleiner Orangenhain, wo man frühstücken kann: Hausgemachte Torten und frisches Brot geben zum Start in den neuen Tag die richtige Energie. Der Traum kann weiter bis zum nächsten Abend gehen: Im Sommer kann man in der Tenuta Moreno auch im Gemüsegarten essen. Der satte Duft von aromatischen Pflanzen und frischem Gemüse umhüllt die Gäste in einer magischen Atmosphäre. Der lange Sommer in Apulien ist der schönste aller Träume.

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Ostuni
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Info:

Tenuta Moreno Masseria&Spa
C.da Moreno, Mesagne (Brindisi)
info@tenutamoreno.it
www.tenutamoreno.it
 

 

 

 

07-05-2015

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