Sagrantino Montefalco zu gebratener Entenbrust, Schokolade und Gnocchi

Die Erprobung des harmonischen Zusammenspiels von Sagrantino mit diversen Leckereien erfordert Feingefühl und Kreativität.

 

Text und Fotos: Richard Brütting

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Chefköchin Luisa Scolastra am Werk

Montefalco – Die Region Umbrien ist das „grüne Herz“ Italiens – sanfte Hügel vor dem Apennin im Hintergrund, mit Fresken ausgemalte Kirchen, pittoreske Burgen und befestigte Bergstädte wie Trevi und Montefalco, dazu herzhafte Speisen, die ein ebenso kräftiger Wein begleitet. Bei einer Cooking Show mit Chefköchin Luisa Scolastra und Sommelier Sandro Camilli im ehemaligen Augustiner-Kloster von Montefalco wurde nach dem perfekten Wein zu köstlichen Gerichten gesucht. Als Vorspeise bereitete die Köchin aus drei Fleischsorten, Parmesan, Kapern und vielen Gewürzen Fleischklößchen zu, die sie zu einem ebenso würzigen Linsenbrei servierte. Anschließend ging es an Hauptgericht: Entenbrust mit wildem Fenchel, Wacholderbeeren und karamellisierten Weintrauben, dazu ein mit Safran und frischen Steinpilzen verfeinertes Nudelgericht. Die Weine, alles Montefalco Sagrantino DOCG der Jahrgänge 2006 bis 2009, erhöhten den Genuss der mit lokalem Olivenöl „Extra Vergine“ zubereiteten Speisen.

Eine Konkurrentin von Luisa Scolastra ist sicher die Oma der Winzerfamilie Tabarrini, bei der ich zum Abendessen eingeladen war. Der Nonna steht nämlich ein eigenes Häuschen mit verschiedenen Herden zur Verfügung, die sie jeweils mit speziellem Holz befeuert; so wird der Pizzaofen mit dem Holz von Weinstöcken beheizt. Ihren Gästen servierte sie ein über der Glut aus Olivenholz gegrilltes Lammfleisch. Dazu gab es einen dem Großvater Armando gewidmeten Bianco dell’Umbria IGT mit dem Namen „Adarmando“. Wenn ich ehrlich sein soll, dieser Rebensaft aus „Trebbiano spoleto“-Trauben war mit seinem feinem Bukett der einzige Weißwein, der mir mundete, während der sonst angebotene Grechetto mir als ein Getränk ohne Charakter erschien.

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Winzer Omero Moretti thront auf seinem Traktor

Anlass der Verkostung im Weingut von Omero Moretti, das auch Bio-Olivenöl produziert, war die Überprüfung der Kombination „Sagrantino mit Schokolade“. Hierzu probierte ich u.a. ökologisch erzeugten Montefalco Sagrantino Passito DOCG der Jahrgänge 2007 und 2004 in Verbindung mit Bio-Schokolade der Marke Vivani. Während der 2007er Passito mit 15% Alkohol und 76 mg/l Restzucker in Richtung eines Dessertweins ging und mit Bitterschokolade harmonierte, war der 2004er trotz 61 mg/l Restzucker ziemlich trocken und vertrug sich gut mit „weißer“ Schokolade. – Nun zum Namen „Omero“ (Homer): Wer die genannte Kellerei besucht, tut gut daran, sich vorher mit der „Odyssee“ vertraut zu machen und einige Hexameter auf Altgriechisch auswendig zu lernen, um sie zitieren zu können. Auf den Etiketten der von Omero offerierten Weine finden sich nämlich Zitate aus Homers berühmtem Epos, in denen es um (übermäßigen) Weingenuss geht, so um die Trunkenheit und Blendung des einäugigen Polyphem durch den „vielgewandten“ Odysseus, der sich als „Niemand“ ausgab.

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Der Schmied von Fabbri blickt auf die umbrische Ebene

Nach einem von Sagrantino begleiteten Dinner ist es an der Zeit, eine ruhige Bleibe aufzusuchen. Ich übernachtete während der Enologica 2013 in dem zum Weingut „Rocca di Fabbri“ (Fabbri: Schmiede) gehörigen Agriturismo „Villa Subretia“, der sich inmitten eines Parks mit herrlichen Zypressen, einem Pool in Form einer Lotusblume und vor allem einem grandiosen Blick auf die Weinberge und Olivenhaine Umbriens befindet. Die mit Fresken verzierten Wohnungen der Weinbergarbeiter vergangener Zeiten wurden sorgfältig restauriert und zu Ferienwohnungen umgebaut, die Appartements von 25-40 qm (Standard) bzw. von 41-60 qm (Superior) umfassen. Auch die Deckenbemalung ist original. Wie mir von Simona und Roberta Vitali, den Initiatorinnen des Agriturismo, versichert wurde, haben die in den Deckenbalken eventuell noch hausenden Holzwürmer bisher noch nie einen Gast verspeist.

Wer es luxuriös liebt, kann im 4-Sterne-Hotel Villa Pambuffetti unterkommen. Das in einem weitläufigen Park gelegene prächtige Gebäude, in dem schon der berühmt-berüchtigte Dichter, Politiker, Kriegs- und Frauenheld Gabriele D’Annunzio gerne nächtigte, ist mit antiken Möbeln und Holztäfelung ausgestattet. Vor allem ist die ausgezeichnete Küche lobenswert, die ich bei einem Festessen selbst genießen konnte, so Gnocchi mit Sagrantino-Soße und gegrilltes Lammfleisch mit Rosmarin-Kartoffeln.

Info:
Agriturismo „La Casa dei Vini“ Omero Moretti Località S. Sabino, 19/20 Tel. +39 0742 90433/ 06030 Giano dell’Umbria info@morettiomero.it
www.morettiomero.it
 
Azienda Agricola Tabarrini Frazione Turrita 06036 Montefalco Tel. +39 0742 379351 infor@tabarrini.com
www.tabarrini.com
 
Villa Pambuffetti Viale della Vittoria, 20 06036 Montefalco Tel. +39 0742 379417 info@villapambuffetti.it
www.villapambuffetti.it
 
Villa Subretia. Residenze di Campagna Tenuta Rocca di Fabbri Località Fabbri, 21 06036 Montefalco Tel. +39 0742 379075 info@subretia.com
www.subretia.com

 

22-10-2013

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