Das Öko-Resort „La Casella”

Der grüne „Mantel“ des Naturschutzgebietes Bosco dell’Elmo befindet sich in der Provinz Terni (Umbrien). Hier kann man durch den „Wald-Tunnel“ entlang des Chiani-Flusses reiten. Auf der Suche von Heilkräutern zwischen den Steineichen

Text und Fotos: Paolo Gianfelici

Resort-La-Casella-Paolo-Gianfelici (8)cFiculle (Terni) – La Casella, ein auf mehrere Gebäude „verteiltes Hotel“, das aus einem alten Lehngut in der umbrischen Landschaft gebaut wurde, ist eine kleine Welt für sich. Die Straße, die aus Orvieto (oder aus Fabro) hierher führt, ist voller Kurven, zwischen Hügeln mit Olivenhainen und Weinbergen, Festungen und alten Dörfern, die typisch für diese Region sind. Die letzten sechs Kilometer muss man auf einer Landstraße durch eine Senke zurücklegen, die von spontaner Vegetation aus Bäumen und Büschen bedeckt ist. Man sieht weit und breit keine Häuser, und ich habe das Gefühl, den falschen Weg eingeschlagen zu haben. Nach einer Brücke ohne Brüstungen über einen Bach erreiche ich nach einer Weile das größte Steingebäude von „La Casella“, einem alten Lehngut.

Nino und Stefania begrüßen die Gäste mit großer Herzlichkeit. Sie sind vor vielen Jahren aus den Abruzzen fast zufällig hier angekommen und leiten das „verteilte Hotel“ und das große Landgut (800 Hektar) mit Einfachheit und Natürlichkeit. Wir befinden uns im Herzen des Naturschutzgebietes Bosco dell’Elmo, das von der UNESCO wegen ihrer Artenvielfalt und Besonderheit anerkannt wurde. Eine Oase weit weg von der Präsenz menschlicher Aktivitäten.
Ein Ausritt entlang des Ufers des Chiani-Baches ist ideal, um das helle Grün der Blätter der Weiden zu bewundern, und die weißen Pappeln, die einen „Wald-Tunnel“ bilden. Es ist egal, ob man noch nie ein Pferd geritten hat. Der Teammanager garantiert, dass ein Schulungstag ausreicht. Margherita und Simba sind zwei ruhige Maremmo-Pferde. Einen guten Charakter haben auch Olmo und die anderen Haflinger. Sie leben immer im Freien. Und wenn ein heftiges Gewitter beginnt, begeben sie sich allein an einen geschützten Ort. Die Pferde wurden nur mit dem Halfter und ohne Biss trainiert, die eine echte Qual für das Tier ist.

Die Gäste des Wellness-Bereiches in „La Casella“ können Katia, die Managerin, bei einem Spaziergang durch die blühenden Wiesen und die Wälder mit Steineichen, schwarzen Hainbuchen und den Sträuchern des Erdbeerbaums begleiten, um mit ihr Heilpflanzen (Brennnessel, Mariendistel, Echinacea purpurea, Heckenrose) und Wildkräuter für die Zubereitung von Kräutertees, Seifen und Naturkosmetik zu sammeln. Einige davon werden in die Küche gebracht, um den Geschmack und das Aroma der Gerichte zu bereichern, andere werden als Heilkräuter verwendet.

Beim Abendessen sitzen die Gäste in „La Casella“ mit Stefania und Nino, den Gastgebern, zusammen. Am Tisch werden mehrere Sprachen gesprochen. Die Atmosphäre ist freundlich, die Küche ist einfach und lecker: Tagliatelle mit Wildschwein oder Wildspargel für Vegetarier, gebratenes Schweinefleisch, die echten „salsicce“: alles stammt aus der unmittelbaren Gegend.
Nach dem Abendessen unterhält man sich vor dem Kamin oder an den Gartentischen, je nach Jahreszeit, mit einer Tasse Kräutertee in der Hand.

Man kann von „La casella“ aus auch eine Mountainbike-Tour starten (es können auch elektrische Fahrräder gemietet werden), um das Gebiet zu erkunden. Interessante „Begegnungen“, z.B. mit Rehen, Damwild, Habichten oder Bussarden, macht man mit etwas Glück.
Als ich „La Casella“ verlasse, komme ich an einem Weizenfeld vorbei. Die gelben Stoppeln der Maisernte des letzten Jahres sprießen hier und dort zwischen dem weichen Grün des Weizens. Das Land wurde vor der Aussaat nicht gepflügt. Hier wird nur konservative Landwirtschaft betrieben, wodurch die Bodenfruchtbarkeit für die Zukunft erhalten bleibt.

La Casella, antico feudo di campagna   Strada Casella 4 05016 Ficulle (Terni)
Tel. + 39 0763 86588 info@lacasella.it      www.lacasella.it

Die Tenuta Vitalonga (in der Nähe von Casella) produziert Bio-Weine. Sie befindet sich in einer schönen Panoramalage mit Blick auf die andere Seite der Hügel, von wo aus man die Landschaft Umbriens mit Olivenhainen und Weinbergen bewundern kann. Der rote Terra di Confine 2013 ist ausgezeichnet (Montepulciano und Merlot) wie auch der Phiculle 2013 (Cabernet Sauvignon und Sangiovese)
www.vitalonga.it

11-08-2019

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