Terra Italia

Tarent: Unterwasserquellen und Muschelbänke

Richard Bruetting

Haben Sie schon einmal eine Süßwasserquelle im Meer sprudeln sehen? Ich konnte dieses Naturschauspiel bewundern, als ich kürzlich auf Carlo Maria Tutis Fischerboot zu den Muschelbänken im Mar piccolo hinausfuhr. Ein an Bord zubereitetes Muschelessen schmeckte besonders gut.




Der Schiffskoch bei der Arbeit
(Foto: Gianfranco Battisti)

Tarent (Terra Italia) – In und um Tarent, der traditionsreichen Hauptstadt der Magna Grecia, bekommt man kaum ein Menü angeboten, das nicht auch ein Muschelgericht enthält. Die schwarzen Schalentiere werden im Mar piccolo gezüchtet, das durch die auf einer Insel liegende Altstadt, die zwei Brücken mit dem Festland verbinden, vom Mar grande abgegrenzt ist. Die Miesmuscheln von Tarent haben ein sehr helles Fleisch und sind aufgrund von Süßwasserquellen mit gewaltiger Wasserschüttung, die inmitten der Muschelbänke sprudeln, von besonderer geschmacklicher und hygienischer Qualität.

Die stärkste Quelle trägt den Namen „San Cataldo“ und soll der Sage nach an der Stelle entsprungen sein, wohin der Heilige einst seinen Ring warf, um einen Sturm zu besänftigen. Aber Achtung trotz dieses geweihten Wassers! Ahmen Sie besser nicht alle Essgewohnheiten der einheimischen Bevölkerung nach, deren Mägen offensichtlich auch roh verzehrte Miesmuscheln gut vertragen. Gegen gekochte Muscheln ist dagegen nichts einzuwenden, lediglich wegen ihres hohen Cholesteringehalts sollte man seinen Appetit etwas zügeln. Dies fiel mir auf dem Boot, das Signor Tuti durch das Mar piccolo steuerte, allerdings recht schwer, da er ein leckeres Pastagericht mit frisch geernteten Muscheln und einer pikanten Tomatensoße zubereitete und an Bord mit einem kräftigen Prosecco servierte. Zum Schluss gab es Austern in Hülle und Fülle – ansonsten eine Kostbarkeit, hier anscheinend aber ein alltäglicher Nachtisch.

Der Anlass für den Schiffsausflug war die Besichtigung der Muschelbänke im Mar piccolo unter sachkundiger Führung des Mitglieds des Stadtverwaltung von Tarent, Egidio D’Ippolito. Zur Muschelzucht werden Schläuche aus einem netzartigen Material wie riesige Würste mit lebendigen Schalentieren gefüllt und an im Meer verankerten Pfählen befestigt. In einigen Monaten entwickeln sich an diesen Schläuchen weitere Muscheln, die frühestens nach vier Monaten geerntet werden können. Die volle Größe haben die Tiere, wahre Kultobjekte der tarantinischen Küche, dann nach vierzehn Monaten erreicht. Ein Teil der Muscheln wird als „Samen“ auch an anderen italienischen Küstenabschnitten eingesetzt, um die dortige Muschelzucht zu verbessern.

Info: Wenden Sie sich an mit ihren Fragen an Carlo Maria Tuti www.chartervela.taranto.it; E-Mail info@chartervela.taranto.it; Handy: 0039-338-5082336. Der weit gereiste Signor bietet auch einen Klipper für Ausflüge zu den Isole Cheradi, für mehrtägige Aufenthalte mit Verpflegung an Bord sowie für Wassersport- und Tauchtouren an.

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