Terra Italia

Das Hotel zwischen den zwei Seen

Richard Bruetting

Bracciano (Terra Italia) – In einer idyllischen Hügellandschaft mit weichem Tuffgestein liegt unweit der Via Cassia und der Ortschaft Anguillara Sabazia das Vier-Sterne-Hotel „I Due Laghi“ (Die zwei Seen; www.iduelaghi.it;


Blick auf die Terrasse

Tel.: +39-06-99607059; E-Mail: info@iduelaghi.it), das zur Kette „Relais du Silence/Silencehotel“ gehört (www.relais-du-silence.com; www.silencehotel.com). Ursprünglich war die Anlage zwischen dem See von Bracciano und dem Lago di Martignano ein traditionelles landwirtschaftliches Gehöft. Mit großer Sorgfalt wurde das langgestreckte, zweistöckige Gebäude in eine Oase der Ruhe und Entspannung mit 25 Doppelzimmern und 7 jeweils individuell gestalteten Suiten verwandelt (Doppelzimmer mit Frühstück: 124 – 142 €, Suite: ab 200 €). Man kann beispielsweise eine mit dunklem Kirschbaumholz getäfelte Kajüte beziehen, sich in das Zeitalter der Romantik oder ins Mittelalter versetzen lassen oder „Honey Moon“-Träumen nachgehen. Das inmitten eines Naturparks gelegene Hotel bietet auch zwei Tagungsräume an und ist von einem weitläufigen Landgut (150 ha) umgeben, das ein Pferdegestüt und Weiden für Maremma-Kühe, Schafe und Ziegen umfasst.

„I Due Laghi“ ist ein idealer Ausgangspunkt sowohl für Freizeit-Aktivitäten zu Fuß oder per Fahrrad wie auch für kulturgeschichtliche Erkundungen. Wahrscheinlich ist man von Anguillara aus schneller im Vatikan und am Petersdom als von der Innenstadt Roms aus. Eine Lokalbahn fährt nämlich vom frühen Morgen bis in die Nacht stündlich in genau 40 Minuten nach San Pietro. In umgekehrter Richtung ist man in einer Stunde in der Provinzhauptstadt Viterbo, die mit ihren Papst- und Adelspalästen aus der Renaissance glänzt.

Bereitwillige Auskunft über die schier unerschöpflichen Sightseeing-Möglichkeiten in Tuskien (Tuscia) – so heißt die Gegend nördlich von Anguillara – gibt der geschichtskundige Hotelmanager Matteo Marzano bei einem Plausch. Erwähnt seien nur die zahlreichen etruskischen und römischen Orte (z.B. Cervetri, Norchia, Sutri und Tarquinia) mit ihren berühmten Nekropolen, der prächtige Palazzo Farnese in Caprarola, die mittelalterlichen Kathedralen und Burgen in der Umgebung, insbesondere das Orsini-Schloss von Bracciano. Nicht zufällig wird „I Due Laghi“ regelmäßig von namhaften Reiseveranstaltern für Studienaufenthalte in Mittelitalien gebucht.

Die besondere Aufmerksamkeit der Hotelverwaltung gilt dem Pferdesport, für dessen Betreuung ein irischer Pferdemeister zuständig ist (Englisch ist übrigens die zweite Sprache des Hauses). Neben Reitbahnen mit verschiedenartigen Hindernissen werden zweimal im Monat „simulierte“ Fuchsjagden (Drag Hunt) veranstaltet, bei denen es Meister Reineke freilich keineswegs an den Kragen geht. Vielmehr verfolgen Meute und Reiter eine Spur, die zuvor mittels eines nach „Fuchs“ riechenden Lappens gelegt wurde, der mit einer speziellen Flüssigkeit getränkt ist und hinter einem Pferd hergezogen wird. Die Strecke ist 20 km lang, kann aber in Nachbarfarmen hinein verlängert werden. Sie geht über mehrere Dutzend Hindernisse und erfordert erfahrene Reiter. – Es ist zudem möglich, sich im Gestüt zur Fachkraft im Bereich des Pferdesports ausbilden zu lassen.

Der Name des eleganten Restaurants „La Posta de’ Cavalieri“ erinnert an die „Grand Tour“ unserer Vorfahren, die sich von einer Italienreise eine kulturelle Ergänzung ihrer beruflichen Ausbildung erhofften. Im Speiseraum mit Wintergarten – in der schönen Jahreszeit kann man auf der Terrasse essen – werden Produkte der eigenen Farm angeboten. Zu einem „Tertium“ aus Cervetri habe ich mir eine Cena munden lassen, das aus einer „Tartara di caprino“ (Ziegenkäse mit Tomaten, Oliven und Schnittlauch), „Tagliolini“ mit Allumiere-Trüffeln und einem süßsauer zubereiteten Ziegenbraten bestand; als Dessert gab es eine feine Schokoladentorte. Die Abendstunden verbringt man anschließend in der stilvoll im englischen Reiterambiente eingerichteten Hotelbar , bevor man sich zur Nachtruhe begibt, die durch keinen Laut gestört wird.


Auf einem Parcours des Gestüts
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