Toskana, Naturwein aus Cortona

Im Restaurant „Pane e Vino“ serviert Arnaldo Rossi seinen ohne Zusatzstoffe selbst produzierten Wein. Seine leckeren Gerichte passen sehr gut dazu

Text und Fotos: Elvira D’Ippoliti

Arnaldo Rossi

Arnaldo Rossi

Cortona – Wovon reden wir, wenn wir von Naturwein reden? Arnaldo Rossi, leidenschaftlicher Weinproduzent in Cortona (Toskana) weiß, worum es geht. Er zeigt mir eine Tabelle mit vier Flaschenumrissen. „Im ersten, also im ‚normalen’ Wein, können einige dieser (vielen) Zusatzstoffe sein, im letzten, der Naturwein, sind nur Trauben, die zu Wein werden“. Keine Zuchthefe, keine Enzyme: Wein muss einfach und natürlich sein. Die Weinberge von Arnaldo sind dazu noch schön anzusehen. Er begleitet mich zu seiner „vite maritata“ (verheirateter Weinstock) in der Nähe von Castel Fiorentino. „Es ist eine antike Technik, um Weinstöcke anzubauen, wobei Ahornbäume als Pfähle dienen und die Reben von einem Baum zum anderen hängen“. Ich schaue herum und habe den Eindruck in einem Bild von Botticelli zu sein. Arnaldo geht durch die Weinstöcke, fasst die Trauben an und schmeckt einige davon. Die Weinlese nähert sich auch im zweiten Weinberg, den ich besichtige. Hier stehen die Reben dicht aneinander und bilden ein Sechseck. „Es ist sehr schwer hier zu arbeiten, weil die Pflanzen sehr dicht sind“, erklärt Arnaldo, der auch in diesem Fall eine antike Anbaumethode benützt hat. Der dritte Weinberg liegt im Schatten eines mittelalterlichen Schlosses in bildhübscher Lage.

Naturwein

Naturwein

In seinem Keller produziert Arnaldo seine Naturweine mit viel Aufmerksamkeit: einen roten Sangiovese „Sella dell’Acuto“, der sehr gut schmeckt und den „Cibino, “ einen „Orange-Wine“ aus weiße Trauben, die einer Maischegärung unterzogen wurden. Zu seiner Welt des Genusses gehört das Restaurant „Taverna Pane e Vino“ am Hauptplatz von Cortona. „Hier gibt es kein WiFi. Sprecht doch miteinander!“, steht auf der Speisekarte. Das Ambiente ist authentisch und schön: solide Holztische und Stühle, die Arnaldo selber entworfen hat. Alte Werkzeuge für die Weinproduktion hängen in Rahmen wie moderne Kunstwerke an den Wänden. „Wir haben ganz einfach angefangen“, erzählt er. Die „bruschette“, die auf der Speisekarte zu finden sind, waren und sind ideal zu einem Glas Wein. Arnaldos Kreativität hat die verschiedenste Versionen davon ausgedacht: mit Pecorino-Käse, Kapern, Radicchio, Bohnen, Tomaten, um nur einige davon zu nennen. Eigentlich müsste man alle ausprobieren. Die „Pici“ sind eine Art Pasta, die in der Gegend sehr bekannt ist. Die Version des Restaurants, „Pane e Vino“ mit Brotkrümel, Sardellen und Chilischote, ist ein einfaches Gericht mit viel Charakter, das Arnaldo als eigene Spezialität stolz bezeichnet. Chianina-Fleisch und Ei mit Trüffel sind andere Köstlichkeiten, die man unbedingt in diesem angenehmen Restaurant ausprobieren sollte. Gleich um die Ecke ist auch ein kleines B&B im Familienbesitz: Es hat den gleichen Namen und wurde in einem alten Wachtturm eingerichtet. Im ersten Stock befindet sich ein niedlicher Innengarten, wo man bei schönem Wetter frühstücken kann. Die Hausherrin Debora serviert hausgemachte Torten mit einem Lächeln: „Zur Zeit ist mein Sohn Tommaso immer in der Küche. Er liebt es zu kochen und kann es auch ganz gut“. Vielleicht wird er in Zukunft den Hochgenuss der „Pici“, die sein Vater vorbereitet, übertreffen?

Info:
Taverna Pane e Vino – Cortona
www.pane-vino.it

07-11-2018

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