Tuscia: Märchendorf am Rande des Abgrunds

Civita di Bagnoregio (Provinz Viterbo) kämpft gegen den Untergang: Zwei Flüsse zerfressen die Felsbasis, auf der das restaurierte Dorf steht.

Text und Fotos: Elvira D’Ippoliti

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Civita di Bagnoregio – Die Nacht von Civita di Bagnoregio (Provinz Viterbo) ist dunkler als anderswo. Die kleine Bar auf dem Belvedere San Francesco Vecchio hat um neun Uhr noch auf. Ein junges Paar sitzt an einem Tisch und trinkt eine Cola. Wir befinden uns hier noch im Ort und haben das Auto auf dem kleinen Parkplatz gelassen. Wir fragen nach der Straße zum alten Ortsteil von Civita: Vom Aussichtpunkt können wir auf den beleuchteten Steg, der zum „Borgo“ führt blicken, aber es ist nicht klar wie man ihn erreicht. Die Antwort: „Es gibt eine Treppe da vorne rechts“. Kugelförmige Straßenlaternen erhellen kaum den Weg. Die darunterliegende Straße ist leer. Wir sprechen leise, weil wir den Eindruck haben, die Natur zu stören.

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Der Steg zu Civita di Bagnoregio wurde auf soliden Zementpfeilern konstruiert. Wenn man darüber läuft. vergisst man, dass die Basis des winzigen, hoch auf dem Fels gelegenen Dorfes von der Erosion konsumiert wird. Irgendwann ist der Einsturz von Civita schon vorgesehen. Der letzte Teil des Steges ist so steil, dass das Eingangstor wie ein sportliches Wettkampfziel erscheint. Wir blicken zurück: Eine raue Natur erstreckt sich kilometerweit im Dunkel. Wälder und erodierte Berge verschmelzen zu einem einzigartigen Panorama.

Ein Spaziergang im Borgo: Schöne restaurierte Häuser stehen leer wie eine Theaterkulisse nach der Vorführung. Ein einziges Restaurant hat auf und wir erfreuen uns an der lokalen und deftigen Küche. Auf dem Rückweg begleitet uns der spitze Ruf einer Eule.

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Am Tag sind die Farben von Civita voller Leben. Das Auto, stellen wir fest, kann man auch direkt vor dem Steg parken. Die Zementpfeiler sind zu weiß im Vergleich zum Ockerton des Borgo und der wohl dosierten Collage aus Grau, Grün und Braun der Natur. Sobald wir ins Dorf kommen, erstaunt uns die Pflege des Ortes. Wie in einem Märchenbuch blicken wir auf bunte Blumenvasen und bestickte Gardinen. Alles ist klein und perfekt. Viele Läden und Restaurants haben Tische im Freien. Der Hauptplatz ist von der Sonne grell beschienen. Die im Schatten liegende Steine sprechen eine mysteriöse, faszinierende Sprache. Die Kirche von S. Donato zeigt stolz ihre weiße Renaissance-Fassade. Civita di Bagnoregio bietet vielen Katzen eine Bleibe. Sie gehören zur Architektur des Dorfes. Wir gehen zu einer Erfrischung in eine Bar. Das Innere von „Da Peppone“ stammt von einem Designer. Die Zeit ist in Civita stehengeblieben, aber trotz Erosion des Untergrunds glauben die Einheimischen an die Zukunft.

 
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16-01-2016

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