Sardinien: Der erste Stein und der Himmel

Ein Spaziergang mit vielen Steigungen durch die Geschichte von Cagliari. Von den punischen Ansiedlungen zum Blickfang über das Meer und die Dächer der Stadt

Text und Fotos: Elvira D’Ippoliti

Cagliari -Wie in einem Geschichtsbuch aus Stein blickt man im Museo von Sant’Eulalia auf die Schichten von Cagliari, die im Laufe derCagliari-Foto-TidPress (3) Jahrtausende entstanden sind. Säulen, Mauern, eine Zisterne für das Wasser, die Straße, die zum Meer führte – alles liegt kunterbunt durcheinander, ist aber noch klar erkennbar, so, als ob die Bewohner der antiken Stadt in den verschiedenen Phasen der Geschichte insbesondere darauf geachtet hätten, handgreifliche Erinnerungen zu hinterlassen. Vom punischen Steinbruch, dem quadratische Kalkblöcke entnommen wurden, bis zu der Wasserzisterne, auf dessen Boden zertrümmerte Amphoren gefunden wurden. Wahrscheinlich sind sie den Händen derjenigen entglitten, die Wasser aus der 6 Meter tiefen „Flasche“ holen sollten. Auf die Straße zum Meer können wir, wie auf alles andere, nur von einem hoch gelegenen Eisernen Steg blicken. In dieser archäologischen Zone hat Cagliari die Möglichkeit, seinen Besuchern eine erste Emotion zu schenken.

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Die Kathedrale

Nach der Visite des Museums widmen wir uns einem Spaziergang in Richtung des hoch gelegenen Stadtviertels „Castello“. Eine der vielen Straßen, die nach „oben“ führen, bringt uns auf die Terrasse der Bastion von S. Remy. Die vielen, kleinen Bilder einer Stadt, die diskret arbeitet und lebt, und die Anstrengung des Aufstiegs machen nun der Betrachtung des Panoramas Platz. Man atmet beim Blick auf das Meer und den Hafen auf, doch die „Eroberung“ der Stadt ist noch nicht vollendet. Man kann dafür zwei Wege aussuchen. Der eine führt direkt zur Kathedrale, in deren Krypta sich eine Menge Märtyrer-Reliquien befinden, deren Identität man aber, laut eines profanen Klatsches, nicht immer garantieren kann. Die Bewohner von Cagliari sind gut gelaunte Leute, und man hört auch gerne solche Geschichten, natürlich nur, wenn der Pfarrer nicht präsent ist. Der zweite Weg geht in Kurven von der Terrasse rechts ab und führt am Turm des Elefanten vorbei weiter hoch, um die Kathedrale von einer anderen Seitenstraße aus zu erreichen.

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Poetto vom „Sella del diavolo“ (Sattel des Teufels)

Wer glaubt, der Aufstieg sei zu Ende, irrt sich, weil Cagliari fast wie eine unendliche Stadt sich weiter in Richtung Himmel erstreckt, bis zum Turm von San Pancrazio und zur Cittadella dei Musei, die aus moderne Gebäude besteht und ein interessantes Archäologie-Museum beherbergt. Während des Spazierganges kann immer wieder von schönen Ausblicks-Punkten auf die Dächer der Stadt und auf das Meer blicken. Das Vorgebirge „Sella del diavolo“ (Sattel des Teufels) zeigt ihr Profil mit seinem halbrunden Keil: Etwas in Cagliari bleibt unbegreiflich, aber es gehört zur Annehmlichkeit der Stadt. Wir laufen wieder in Richtung Meer zurück – faule Besucher und Bewohner können auch zwei Lifte benützen – und gehen im Viertel „Marina“ direkt vor dem Hafen spazieren. Als Unterkunft haben wir ein charakteristisches Hotel auf der zentrale Via Roma ausgesucht. Die Zimmer des Hotel Miramare sind klein und geborgen. Ein Hauch Orient und moderne Kunst sind die richtige Atmosphäre für einen schönen Aufenthalt. Der Rest kommt vom Blick, den man von den Fenstern auf das Meer genießen kann: Die Aussichtsstadt Cagliari hat noch viele Erlebnisse zu bieten.

Cagliari-Foto-TidPress (2)Info:

Assessorato Turismo Comune di Cagliari
www.cagliariturismo.it

Mutseu
Museo del Tesoro e Area Archeologica di Sant’Eulalia
Vico del Collegio 2 – Cagliari
mutseu@tiscali.it

 

 

 

01-03-2014

Reisereportagen | Tags:

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