Text und Fotos: Elvira D’Ippoliti
Eine Kunstgalerie, die fast wie ein kleines Museum wirkt. Die Teldil Art Gallery liegt in Rom, nur wenige Schritte vom Tiber entfernt, an der lebhaften Achse des Corso Vittorio Emanuele. Die klaren, linearen Schaufenster fallen im Strom der Touristen und des Stadtverkehrs kaum auf – und doch lohnt es sich unbedingt, stehen zu bleiben und einzutreten.
Derzeit ist die Ausstellung „La forma del silenzio“ zu sehen, die bis zum 30. September läuft und zahlreiche Skulpturen von Igor Mitoraj präsentiert – jenem Künstler, der es verstand, „Vergangenheit und Gegenwart auf natürliche und kraftvolle Weise miteinander ins Gespräch zu bringen“.

Die Teldil Gallery, gegründet von der Sammlerin und Kunstliebhaberin Teldil Moreira, ist eine wunderbare Überraschung in der Ewigen Stadt, die bei solchen Initiativen sonst eher etwas schläfrig wirkt. Die Galerie befindet sich in einem ehemaligen Gebäude der Banca d’Italia, das nach einem Entwurf des Architekten Marco Giammetta umgestaltet wurde.
„Das architektonische Projekt entsteht aus einer Geste der Subtraktion mehr als der Konstruktion – ein stiller Akt, der den Raum von allem Überflüssigen befreit, damit seine tiefste historische Wahrheit zum Vorschein kommt“, schreibt Giammetta im Vorwort zur Ausstellung „Le forme del silenzio“.
In der kleinen, großen Kunstwelt der Teldil Gallery nähert man sich den Werken mit der Freude, die Arbeit eines Künstlers in der Ruhe eines angenehmen, schnörkellosen Raumes betrachten zu können – eines Raumes, der dennoch ganz von Kreativität erfüllt ist. So etwa die Stühle von Carla Tolomei, die ein einfaches Möbelstück in ein Designobjekt mit märchenhaften Konturen verwandeln.

Die Galerie setzt sich im Untergeschoss fort, wo auch die Werke von Marco Adamo zu sehen sind, einem römischen Künstler, der auf seinen Leinwänden die farbigen Spuren eines Balls festhält, der gegen die Leinwand selbst geschossen wurde – der Ball wird dabei zu einem echten künstlerischen Werkzeug.
Zurück auf Straßenniveau lässt man sich erneut von den Skulpturen von Igor Mitoraj faszinieren, deren Formen zugleich klassisch und zeitgenössisch wirken und universelle Themen erzählen, die das Leben bereichern: Liebe, aber auch Einsamkeit und das Leiden der menschlichen Existenz.
Teldil Art Gallery
Corso Vittorio Emanuele II, 295 – Rom
Montag – Sonntag, 10–19 Uhr
