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NOTIZBUCH

Richard Bruetting

Im Palazzo Giacomelli in Treviso werden bis 25. April 2003 italienische Plakate an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ausgestellt. Die Ausstellung ist Adolf Hohenstein, einem Pionier und Meister der Plakatkunst, gewidmet.

Er wurde 1854 in einer deutschen Familie von St. Petersburg geboren und kam dann mit seinen Eltern nach Wien, wo er Bildende Kunst studierte. 1879 ist er in Mailand, das sich damals anschickte, in Konkurrenz zu Rom die Kultur- und Wirtschaftsmetropole Italiens zu werden. Es folgen Reisen in den Orient, wo Hohenstein die phantastischen Paläste indischer Fürsten dekoriert. In den 80-er Jahre des 19. Jahrhunderts kehrt er nach Mailand zurück und arbeitet dort für die Scala und andere Theater als Bühnenbildner. Hierdurch hat er u.a. Kontakte zu Puccini.
1889 beauftragt ihn Giulio Ricordi mit der Werbung für seine Musikproduktionen. Hohenstein wird der Prototyp eines „art director“. In seinem graphischen Studio koordiniert er 15 Jahre lang die Arbeiten an Einbänden für Partituren und Librettos, Plakaten, Theaterzetteln u.a. für La Bohème, Falstaff, Tosca und Madame Butterfly. Er arbeitet auch in der Tourismus- und Produktwerbung sowie für kulturelle Einrichtungen. Hohenstein war geprägt von seiner Ausbildung als Maler und machte auch Anleihen beim Jugendstil zur effektvollen Darstellung theatralischer Schlüsselszenen. Die Ausstellung zeigt ca. 30, teilweise übergroße Plakate. Der Katalog enthält biographische und kunstgeschichtliche Beiträge sowie die Abbildungen aller 75 erhaltenen Plakate Hohensteins.
„Un pioniere del manifesto. Adolfo Hohenstein (1854 – 1928)“, Treviso, Palazzo Giacomelli vom 25. Januar bis 25. April 2003. Geöffnet täglich von 9.00 – 12.30 und von 14.30 bis 19.00 Uhr. Sonntags geschlossen. Eintritt frei.
Info: Tel. +39-0422-294401. Pressebüro: STUDIO ESSECI – Tel. +39-049-663499; E-Mail: info@studioesseci.net; www.studioesseci.net.

Treviso: Neuer Streit um Van Gogh-Porträt

Ist Van Goghs Selbstbildnis aus der Nationalgalerie in Oslo authentisch oder gefälscht? Hierzu äußern sich internationale Experten, aber auch das Publikum wird gehört.

Die Veranstalter der großen Ausstellung in Casa dei Carraresi in Treviso “L’Impressionismo e l’età di Van Gogh”, die schon mehr als 220.000 Besucher zählt und bis 13. April verlängert worden ist, haben auf die kürzlich geäußerten Zweifel an der Authentizität von Vincent Van Goghs Selbstbildnis aus der Nationalgalerie Oslo reagiert: Die drei in der Ausstellung vorhandenen Selbstporträts des Meister hängen jetzt an der gleichen Wand: das aus dem Van Gogh-Museum in Amsterdam, das aus der Bührle-Stiftung in Zürich und eben jenes aus Oslo. Die Besucher können sich selbst ein Urteil bilden und ihre Meinung per Postkarte an die Direktorin der norwegischen Nationalgalerie schicken. Auf einem internationalen Kongress am 19. und 20. März wird zudem die Frage der Authentizität des Selbstbildnisses von internationalen Experten debattiert.

Weitere Informationen unter www.studioesseci und bei Linea d’ombra, Tel.: 0039-0438-21306. Dort findet auch der Vorverkauf statt: E-Mail: biglietto@lineadombra.it; www.lineadombra.it/biglietto.

Ernst Willers: „Italienische Landschaften“ im römischen Goethehaus

Für den spätromantischen Landschaftsmaler Ernst Willers (1803-1880), der an den Kunstakademien von Düsseldorf und Dresden ausgebildet wurde, war die Umgebung Roms von solcher Schönheit, dass seiner Ansicht nach ein Menschenleben nicht ausreicht, um sie zu studieren. Seine Gemälde und Zeichnungen aus den Sammlungen des Landesmuseums Oldenburg werden vom 12. Februar bis 5. Mai 2003 im römischen Goethehaus ausgestellt. Willers, der als ein Pionier der Freiluftmalerei gilt, wird zum erstenmal in Italien gezeigt.

Der frühere Hofmaler der Residenz zu Oldenburg lebte von 1835-1861 in Rom und schuf in dieser Zeit zahlreiche Veduten der Landschaften Latiums, so von Civita Castellana, Tivoli, Terracina, Civitella, von der römischen Campagna und den Albanerbergen. Mit besonderer Aufmerksamkeit widmete er sich dem Umkreis von Olevano Romano. Beeindruckend sind die großformatigen Zeichnungen Willers’, in denen er sich als ebenfalls als ein genialer Meister seines Fachs erweist.

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