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Sorrento, der Mythos der Sirenen

Der Besuch mit dem Boot in den Höhlen, in denen Parthenope, Leukosia und Ligeia auf Odysseus warteten, um sein Schiff auf den Felsen zu zerschmettern. Die Ausstellungen in der Villa Fiorentino und im Atelier des Fotografen Raffaele Celentano

Sorrento, der Mythos der Sirenen

Text und Fotos: Elvira D’Ippoliti

Sorrento – Hinter dem touristischen Anschein von Sorrento kann man eine ruhige Stadt mit viel Charme erleben. Hauptsache ist, die kleinen Gassen zu vermeiden, wo jedes Geschäft die gleichen Artikel verkauft und die immer überfüllt sind. Schöne und elegante Schaufenster kann man auf dem zentralen Corso d’Italia bewundern. Hier befindet sich auch die Villa Fiorentino, ein Haus, das um 1930 erbaut wurde und wo man die Atmosphäre der Vergangenheit noch erleben kann. Verschiedene Ausstellungen ermöglichen es, diese Villa zu besichtigen. Darunter auch die Fotoausstellung von Raffaele Celentano, der die vielen faszinierenden Höhlen entlang der Küste mit Sirenen bereichert hat.

Sorrento, Studio Raffaele Celentano, Foto Elvira D’Ippoliti
Sorrento, Studio Raffaele Celentano
Sorrento, Fotograf Raffaele Celentano, Foto Elvira D’Ippoliti
Sorrento, Fotograf Raffaele Celentano

Einer Legende nach wurde der Golf von Sorrento von drei Sirenen, Parthenope, Leukosia und Ligeia, bewohnt. „Niemand ist je an diesem Weg vorbeigekommen, erzählt Homer in der Odyssee, mit dem schwarzen Schiff, ohne den Honig aus unserem Mund zu hören“. Heute gibt es entlang der hohen und zerklüfteten Küste von Sorrento viele Höhlen, die nur mit dem Boot vom Meer aus zu erreichen sind. Hier warteten die Sirenen auf Odysseus, um ihn zu verführen und sein Schiff an den Felsen zu zerschmettern. Celentano, der Jahre lang für deutsche Zeitschriften Fotos über Italien veröffentlicht hat, hat ein Studio oberhalb des Franziskus-Kreuzganges, direkt neben dem Stadtgarten von Sorrent, wo es eine der schönsten Aussichten gibt. Es ist eine Terrasse mit Blick auf die Küste und das Meer: An einem riesigen Ast einer Strandkiefer hängt eine Schaukel. Von dort hat man den Eindruck, auf das Meer fliegen zu können, während zwischen der Baumkrone der blaue Himmel wunderschön erscheint.

Foto Elvira D’Ippoliti

Die Dauerausstellung des Fotografen ist ein spannender Überblick auf die italienische Gesellschaft. Auf den schwarz-weißen Bildern erzählen Gesichter, Situationen und Architekturen ein intimes und echtes Italien, eine Schatztruhe, die Celentano mit viel Liebe und Geduld zusammengestellt hat. „Man braucht viel Geduld, wenn man den richtigen Augenblick packen will“, erzählt er auf seiner bildhübschen Terrasse. Celentano kennt jeden Winkel des Belpaese, und eine Visite in seinem Atelier ist wie eine Zeitreise quer durch Italien, die immer aktuell ist.

Abends muss man in Sorrent einen Spaziergang auf dem Corso d’Italia machen. Es ist auch die richtige Gelegenheit, sich ein Restaurant auszusuchen. Wenn man aber einen ruhigeren Abend genießen will, kann man das „D’Anton Design & Bistrot“ auf der Piazza Sant’Antonino wählen. Es ist ein Einrichtungsgeschäft, wo man ein gutes Glas Wein trinken und etwas dazu essen kann. Man sitzt auf bequemen Sofas, wird bestens bedient und schaut sich in der Zwischenzeit um. Lüster, kleine Möbel, Spiegel. Das „D’Anton Design & Bistrot“ sieht sehr chic aus, hat aber eine familiäre Atmosphäre mit einem Merkmal: Da die Objekte oft verkauft werden, sieht das Lokal immer anders aus – wie auch Sorrent, wo die vielen Seiten einer Stadt die Tatsache unterstreicht, dass es hier eine hervorragende Lebensqualität gibt.

www.gallery-raffaele-celentano.com

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