Terra Italia

ReisewegeItalienische Reisen in die Vergangenheit (9)

Text und Fotos: Richard Brütting



 Padua und Venedig. Rückreise durch die Dolomiten

Padua-Venedig (TidPress) – Für den 10. August 1961 beschreibt das Reisetagebuch die Fahrt durch „wohl angebautes Land“ von Ravenna nach Padua. Längere Ausführungen macht es zu Ferrara. Es erwähnt das viertürmige Kastell (eine Wasserburg der Este), die Kathedrale mit ihrer großartigen romanisch-lombardischen Fassade aus dem 12.-13. Jahrhundert sowie den Palazzo dei Diamanti aus der Frührenaissance. Am späten Abend erreichten wir Padua. Um die fotografische Dokumentation der dreiwöchigen Reise vervollständigen zu können, machte ich eine Reihe von Nachtaufnahmen, so von der Basilika des Stadtheiligen, Antonius von Padua. Voller Stolz über seinen prächtigen Eiswagen lächelte ein freundlicher Gelataio eine halbe Minute (fast) bewegungslos in meine Kamera.

Venedig: Der Markusplatz

Padua: Antonius-Basilika

Der 11. August war der letzte Leckerbissen der Studienreise: Ein Tagesausflug führte uns nach Venedig. Bei einer Bootsfahrt auf dem Canal Grande vom Piazzale Roma zur Piazzetta konnten wir die bizarren Brücken, die edlen Paläste und Kirchen der Lagunenstadt bewundern. Dem wackeren Photographen bot die Piazza San Marco mit dem Dogenpalast, dem Campanile und dem Markusdom schier unerschöpfliche Motive.

Von Padua ging die Reise am 12. August über Mestre, Treviso, Vittorio Veneto, dem Westufer des Lago Santa Croce durch die nebelverhangenen Dolomiten, die uns zum ersten Mal wieder nördliches Frösteln spüren ließen. Zunächst erreichten wir Pieve di Cadore, den Geburtsort Tizians, und Cortina d’Ampezzo. Nach Überquerung der Wasserscheide zwischen den Flüssen Boite und Rienz, die gleichzeitig die deutsch-italienische Sprachgrenze bildet, kamen wir an der Monte-Cristallo-Gruppe und den Drei Zinnen vorbei und gelangten nach Toblach, Bruneck und schließlich nach Brixen, wo die letzte Übernachtung auf italienischem Boden erfolgte. Der 13. August war dann endgültig der Tag der Heimfahrt nach Bamberg. Bis heute erinnern ein Kätzchen aus Murano-Glas, gekauft in Venedig, und die auf der Vulkaninsel Stromboli für meine Schwester erworbenen Keramik-Eselchen an die erlebnisreichen Tage im Süden.

Mein so ausführlicher Bericht von der Italienreise, an der ich vor genau einem halben Jahrhundert teilnehmen durfte, zeugt davon, welch tiefe Erinnerungen dieses Unternehmen in mir hinterlassen hat. Für dessen Vorbereitung und Leitung gebührt den Lehrern Dr. Kehrbach, Dr. Rother und Herrn Brauneck großer Dank. Abschließend möchte ich feststellen, und das ist wohl nicht zu viel behauptet, dass diese Reise das wichtigste Bildungserlebnis meiner Gymnasialzeit war.

22.08.2011

Cortina D’Ampezzo

Blick in einen Seitenkanal
(Venedig)

Weiterleiten:

© Copyright TidPress Terra Italia.