Sardinien: Ein Park mit Salzgeschmack

In den ehemaligen Salinen unweit von Cagliari erlebt man das unberührte Habitat von Wasservögeln, die die sardische Stadt als ihre neue Heimat ausgesucht haben.

Text und Fotos: Elvira D’Ippoliti

Cagliari  – Ein Seidenreiher wartet am Ufer des Kanals auf unser Boot im Molentargius-Park bei Cagliari. Alessandro ist am Ruder. „Das ist sein Platz. Eine Art Begrüßung. Jetzt fliegt er weg“. Wie auf einen Befehl hin öffnet der Vogel die Flügel und überholt uns. Alessandro kennt sich im Universum der ehemaligen Salinen sehr gut aus. „Ich liebe es, hier zu arbeiten. Wenn es möglich ist, komme ich auch am Sonntag, einfach um im Park zu sein“. Dieselbe Meinung scheinen Dutzende von „Cagliaritani“ zu haben, die hier jeden Tag (der Park hat immer auf) spazieren Cagliari-Parco-delle-saline-Foto-TidPress (2)gehen, joggen oder in die Pedale treten. Die Stadt zeigt sich mit ihren Wohnhäusern, die am Eingang des Parks fast zum Greifen nahe zu sein scheinen, aber in Molentargius ist die Welt in der Harmonie der stillen Wasserflächen stehengeblieben.

Im Gebäude der „Sali scelti“ (auserlesene Salze) befindet sich ein Info-Point, wo man sich auch Fahrräder ausleihen kann. Der Weg der Salinen fängt direkt hinter dem Eingangstor zum Park an. Cagliari zieht sich respektvoll zurück, und Gastgeber werden die vielen Wasservögel, die hier ein ideales Ambiente gefunden haben. Die Stars des Molentargius sind die Flamingos. Man sieht sie in Gruppen, während sie im Wasser stehen und den Schnabel eintauchen, um ihr Futter zu finden. Die Krustentiere, die im Salzwasser überleben und die Lieblingsspeise der Flamingos sind, färben ihre Feder mit rosa Nuancen.

Der Salinen-Weg läuft an den Ufern eines Kanals entlang. Einige Industrie-Strukturen bezeugen noch die Arbeit, die hier bis 1985 durchgeführt wurde. Es ist sehr still im Park, und man kann gut den Lauten der Natur lauschen. Die Sonne spiegelt sich in den verschiedenen Wasserbecken wieder. Jede in sich geschlossene Zone hat eine andere Farbe, und man hat den Eindruck, sich in einem riesigen Juwel zu bewegen. Auf einer Eisenbrücke biegen wir rechts ab und fahren über den Kanal. Dieser Weg führt direkt an den beliebtesten Strand von Cagliari, dem Poetto. Kilometerlanger und weißer Sand erstreckt sich vor dem Meer, das am Golfo di Cagliari eine bezaubernde blaue Farbe hat.

Cagliari-Parco-delle-saline-Foto-TidPress (5)Die Alternative zum Fahrrad oder zum Spaziergang ist der Bootausflug. Man startet direkt hinter dem Gebäude der „Sali scelti“. Das elektrische Boot schwimmt fast geräuschlos im Kanal, und sobald sich ein Wasservogel nähert, kann Alessandro immer schnell den Motor abschalten, um ihn nicht zu stören. Eine Spießente landet wenige Meter vor uns. „Komisch“, erklärt Alessandro, „normalerweise sieht man nur Paare dieser Art“. In Sardinien ist die Sonne im März angenehm warm. Viele Bewohner der Stadt Cagliari warten auf den Sommer, um sich an den Strand zu legen. Der Molentargius-Park ist ein natürlicher Bereich für alle diejenigen, die sich ganzjährig an sportlichen Aktivitäten erfreuen.

 

 

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Info:

Der Molentargius-Park ist mit dem Auto in zehn Minuten von Cagliari aus erreichbar. Wenn man eigene Fahrräder hat, kann man direkt hineingehen.
www.parcomolentargius.it
info@parcomolentargius.it
 

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23-09-2013

Reisereportagen | Tags:

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