Die Farben des Vorgebirges

In der „Höhle der Glocke“ ist es stockdunkel; die Grotte der Farben wurde von der Natur mit bunten Steinen gepflastert; eine andere Höhle hat drei Augen, von denen man auf den Himmel blickt.

Text und Fotos: Paolo Gianfelici

 Mattinata – Bedrohliche Wolken, das raue Meer und ein kalter Wind – ungewöhnlich für Anfang Juni – vermitteln beim Start des Ausfluges im Schlauchboot, das in die Baia dei Faraglioni startet und uns entlang der Küste des Gargano bringt, einen Hauch von „Schauder“: Am wildesten Festland Italiens bläst der Wind dann die Wolken weg, und Sonnenstrahlen erhellen die Klippen. Das intensive Licht der Sommersaison fegt die fast düstere Atmosphäre des frühen Morgens hinweg und füllt die Vorgebirge mit Farben: die weiße, felsige Küste mit Blick auf das smaragdgrüne Meer, mit grünen Wäldern bedeckten Hügel, das tiefe Blau des Himmels, die tausend Orchideen (die man leider nicht vom Boot aus sieht).

 Scharen von Möwen gleiten kontinuierlich an beiden Enden der Baia dei Faraglioni. Wir fahren vom Meer in die Glocken-Höhle, wo es stockdunkel ist, dann dringen wir in die „grotta die colori“ ein, weiterhin in die der Farben, die von der Natur mit bunte Steinen gepflastert worden ist, und schließlich in die Höhle der drei Augen, die direkt zum Himmel schauen.

 Wir fahren viele Kilometer entlang der unberührten Küste. Vielleicht erschien sie im selben Zustand auch den Sarazenen, als sie mit ihren Schiffen sich dem Vorgebirgen näherten. Ruinen alter Türme sind an den höchsten Punkten stehen geblieben und heißen heute „Sarazenischen Türme“. Ein wenig weiter blicken wir auf ein „trabucco“, die archaische, riesige und hölzerne Angel-Maschine, um Fischschwärme entlang der Küste zu fangen. Sind wir im Jahre 2013 oder 1013?

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20-06-2013

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